Das co-housing-Projekt

Motto „lieber gemeinsam als einsam“

Private Wohneinheiten werden durch Gemeinschaftseinrichtungen ergänzt und können so Platz, Kosten und Ressourcen sparen.

  1. Was heißt Co-Housing für unser Projekt?
  2. Unsere gemeinschaftlich nutzbaren Bereiche
  3. Die Cluster- Wohnungen – das Wohnprojekt 1
  4. Die Tiny Häuser – das Wohnprojekt 2
  5. Der Gemeinschaftspavillon zur Straße
  6. Welche Vorteile bietet Co-Housing auf der‚ „Haler Höhe“?

Gemeinsam kochen, gemeinsame Aktivitäten organisieren, ein Auto teilen oder Gemüse anbauen. Was zusammen gemacht wird, entscheiden die Bewohner. Und wem gerade nicht nach Gesellschaft ist, der zieht sich in seine Wohnung oder sein Haus zurück. Diese perfekte Kombination findet immer mehr Interessierte.

1. Was heißt Co-Housing für unser Projekt?

Co-Housing (collaborative housing) ist eine Variante des innovativen Wohnens. Unsere Co-Housing-Community besteht geplant aus mehreren privaten Wohnungen oder Häusern, die durch Gemeinschaftseinrichtungen ergänzt werden. Diese spielen schon in der gemeinsamen Planung eine zentrale Rolle. Sie sollen den Austausch und das soziale Miteinander der Bewohner fördern, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit (weniger Ressourcenverbrauch) leisten und ökonomische Vorteile bieten.

Unsere Gemeinschaft legt Wert auf eine gute Balance zwischen Gemeinschaftsgefühl und persönlichen Rückzugsmöglichkeiten. Es bleibt jedem Bewohner selbst überlassen, wie oft und wie intensiv er an den sozialen Aktivitäten teilnimmt und welche Gemeinschaftseinrichtungen er nutzt. Die Regeln des Zusammenlebens handeln wir zusammen aus.

Wir möchten integrativ sein und heißen alle Menschen willkommen die sich mit dem Konzept identifizieren.  Die Mischung aus Jung und Alt, Familien und Singles oder Alleinerziehenden, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Beruf und Religion soll unsere Gemeinschaft zu einem diversen, weltoffenen Ort machen, in dem keiner allein und jeder wichtig ist.

Die Gemeinschaft verwaltet sich selbst und ist nicht-hierarchisch organisiert. Zentrale Aufgaben werden an einzelne Bewohner übertragen. Wichtige Entscheidungen fällen die Bewohner gemeinsam. Die einzelnen Haushalte bleiben finanziell eigenständig.

Vier wichtige Punkte zu unserem Projekt:

  1. Die künftigen Bewohner planen und realisieren die Co-Housing-Gemeinschaft selbst.
  2. Die Architektur soll soziale Kontakte ermöglichen und fördern.
  3. Großzügige Gemeinschaftseinrichtungen ergänzen und erweitern die privaten Wohneinheiten im praktisch-alltäglichen Bereich und im Sinne des Gemeinwesens.
  4. Die Bewohner sind selbst für den Betrieb und die Erhaltung der Wohnanlage verantwortlich.

2. Unsere gemeinschaftlich nutzbaren Bereiche

Aus dem Bereich der geplanten umgenutzten Gärtnerei Haske gehört einiges dazu. Im vorhandenen Gemeinschaftshaus gibt es eine große Gemeinschaftsküche, es kann regelmäßig für alle gemeinsam gekocht werden. Angeschlossen ist ein multifunktionaler Essens- und Aktionsraum, sowie Sozial- und Büroräume Um den ehemaligen Bewässerungs- und Löschteich gibt es einen vorhandenen Therapiegarten mit Badeteich und auch eine geplanter Außensauna soll gemeinschaftlich nutzbar sein. Unsere Co-Housing-Gemeinschaft verfügt mit der vorhandenen Remise dann auch über die dort untergebrachte Werkstatt und dem Vorratsraum. Auf dem Dach ist eine PV- Anlage aufgebaut.  3 vorhandene E-Ladestationen und ein untergebrachter kleiner Fuhrpark runden alles ab. Ein Kleinbus für gemeinsame Unternehmungen ist geplant. Die gemeinschaftlich nutzbaren Bereiche sind durch die in wenigen Jahren aufzulösende Gärtnerei fast vollständig in sehr guten Zustand vorhanden. Dazu gehören auch der vorhandene große Obst- und Gemüsegarten mit Hochbeeten. Eine darin vorhandene Zisterne fängt das Regenwasser zur gemeinsamen Nutzung auf. Insgesamt werden ca. 70 % der Fläche der umgenutzten Gärtnerei für das Projekt gemeinschaftlich nutzbar.

Im hinteren Bereich der nebenerwerblichen Landwirtschaft Göttken besteht eine Planung die die vorhandene naturbelassene Fläche in Permakultur weiterentwickeln möchte. So könnten dort der die dort angedachten Tiny Hausbesitzern die Möglichkeit bekommen in Symbiose zu gehen mit der Natur. Die Tiny Hausbesitzer könnten dabei das vorhandene vollbiologische Klärsystem (8,2cbm) der Gärtnerei Haske mitbenutzen.

Die vorhandene Nutztierhaltung mit u.a. Hühnern in Freilandhaltung könnte dort gemeinschaftlich erfolgen. Auf gemeinsam genutzten kleineren Ackerflächen können z.B. Kartoffeln im Bioanbau kultiviert werden

Ein angeschlossener, für die Gemeinschaft gemeinsam nutzbarer Spiel- und Aktionsplatz (500qm) rundet die Planung ab.

3. Die Cluster-Wohnungen – das Wohnprojekt 1

Unsere Wohnprojektkonzepte bestehen aus zwei verschiedenen Bereichen. Das Herzstück bilden die zwei Cluster-Wohngebäude mit jeweils ca.500qm Gebäudegrundfläche und einer jeweiliger Grundstückfläche von 1.700qm. Es sollen dort 8-14 Bewohner in den Single- und Gemeinschaftswohnungen barrierefrei leben. Es ist als ein Mehrgenerationenprojekt geplant.

In den Cluster-Wohnungen werden sowohl private Rückzugsräume als auch Flächen zur offenen gemeinschaftlichen Nutzung angeboten. Es teilen sich jeweils zwei kleine private Wohneinheiten (80qm) für Singles oder Paare, sowie eine größere private Wohneinheit (130qm) für Familien oder Wohngemeinschaften, eine große Lounge (50qm) die vielfältig gemeinsam genutzt werden kann. Ergänzt wird dieses Cluster durch einen gemeinsamen Außenbereich (70qm).  Dadurch unterteilen sich die beiden Wohngebäude nochmal in Untergemeinschaften. Insgesamt verstehen wir uns aber in unserer Co-Housing-Idee als eine einzige große Gemeinschaft.

4. Die Tiny Häuser – das Wohnprojekt 2 zum eventuell späteren Zeitpunkt

Vier verschiedene Tiny-Häuser Typen bieten Wohnmöglichkeiten für Singles oder auch Paaren in der Natur. 4-6 Bewohner sollen in 4 Tiny Häusern Platz finden.

Permakultur ist hierbei die angestrebte Lebensform, die darauf abzielt, natürliche Ökosysteme nachzuahmen und harmonisch mit der Natur zu arbeiten.

Die Permakultur soll hier landwirtschaftliche und gärtnerische Systeme schaffen, die nachhaltig und produktiv sind, indem sie die Prinzipien der Natur beobachten und nachahmen.

Hierbei wollen Gärtner Tony und Landwirt Alexander behilflich sein.

Generell soll der Bau der ökologisch leichtgewichtigen Wohnungen, bzw. Minihäuser aus Überzeugung Umweltfreundlich und günstig sein. Alle Dachflächen sollen mit Gründächer und PV-Anlagen ausgestattet werden. Es soll so wenig wie möglich Grundstückfläche verdichtet werden.

5. Der Gemeinschaftspavillon zur Straße

„Zusammen sind wir stark“, das könnte ein zweites Motto für unser Co Housingprojekt sein.

Wir möchten nicht, das bei den Punkten Gemeinschaft stärken, gegenseitige Unterstützung und Solidarität bekunden, das Projekt an der Straßenkante endet. Wir möchten in unserer Nachbarschaft  ‚Haoler Krüz‘ und im Ort Halen zusätzliche positive Energie einbringen. Der Ort Halen  bietet bereits eine intakte sehr lebens- und sehenswerte Umgebung . Mit unserem Projekt möchten wir dies unterstützen. Aus diesem Grund ist zur Straße eine große Schutzhütte geplant, gemeinschaftlich nutzbar zusammen mit Nachbarn und Vorbeifahrenden.

6. Welche Vorteile bietet Co-Housing beim ‚Haoler Krüz‘?

Das Leben in unserer Co-Housing-Siedlung bietet eine ganze Reihe von Chancen und Vorteilen:

Selbstorganisation

Die Gelegenheit, mitzubestimmen, wie die Gemeinschaft samt ihrer Wohneinheiten (nachhaltiges, ökologisches Bauen) künftig aussehen wird, wie sie wirtschaftet, wer einzieht und welche Regeln für ein gutes Zusammenleben gelten sollen.

Gemeinschaft

Die Chance, außerhalb von Familie und Freundeskreis mit Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und mit verschiedenen Erfahrungen und Berufen zusammenzuleben. Singles bekommen Gesellschaft, Kinderlose müssen nicht ohne Kinder leben, Einzelkinder nicht ohne Spielkameraden. Soziale Kompetenz wird nicht nur erhalten sondern gestärkt.

Gesundheit

Weitestgehende Autarkie bei der Ernährung. Wir ernähren uns gesund! Mehr Bio geht nicht ! Umgeben von Feldern und Wiesen – ruhiger Schlaf garantiert in einer erholsamen Umgebung. Wir bleiben geistig und körperlich beweglich, z.B. durch gemeinsames morgendliches Yoga. Wellness durch Badeteich und Sauna.

Unterstützung/Solidarität

Die Möglichkeit, sich gegenseitig zu helfen: Sowohl in Planung und Bau als auch im späteren Zusammenleben. Die Bewohner fragen nicht, was die Genossenschaft für sie tun kann, sondern was sie zum Gelingen des Projekts beitragen können.

Nachhaltigkeit

Der geringere Verbrauch von Fläche pro Person, die alltägliche Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen (Kochen, Waschen, Fuhrpark, Kinderbetreuung ecetera) und die gemeinsame Anschaffung teurer Haushaltsgeräte schont Ressourcen.

Dadurch das man alltägliche Haushaltsaufgaben aus den individuellen in gemeinschaftliche Bereiche verlagert, wird nicht nur der Gemeinsinn gefördert sondern auch die Einsparung von Ressourcen (Nahrungsmittel, Energie, Wasser, Zeit) erreicht. (s. extra Bericht über positiven Co2Fußabdruck)

Durch die Umnutzung der Gärtnerei Haske werden weitere Ressourcen frei in Form von Wegesteinen, Baumaterialien und vor allem Pflanzen.

Kostenersparnisse

Rabatte aufgrund größere Auftragsvolumen für Architekten, Handwerker, günstigerer Einkauf von größeren Mengen Lebensmittel, Ersparnisse bei der gemeinsamen Nutzung von Fortbewegungsmitteln (Autos, Fahrräder, Lastenräder etc.).

Privatsphäre

Die privaten Wohneinheiten bieten jederzeit Rückzugsmöglichkeiten.

Zeitersparnis

Das gemeinschaftliche Kochen entbindet besonders Familien von der täglichen Belastung, gesundes Essen auf den Tisch zu bringen. Besser einmal im Monat mit Liebe für alle kochen als mehrmals in der Woche Pizza und Hot Dogs zu servieren.

Bezahlbarer Wohnraum

Auf gesellschaftlicher Ebene trägt unser Co-Housing dazu bei, günstigen Wohnraum zu sichern.

Kleinklima

Durch die vorhandenen historischen Strukturen der Gärtnerei Haske und eventuell später der nebenerwerblichen Landwirtschaften Hofes Göttken in Form von Bäumen und Hecken ist sofort ein schönes Kleinklima gegeben. Die direkte Anbindung an die freie Landschaft schafft großen Erholungswert.